Station 26 A1
Geschützte allgemeinpsychiatrische Akutstation
Die Station 26 A1 ist eine geschützte allgemeinpsychiatrische Station mit 23 stationären Behandlungsplätzen. Das Behandlungsangebot richtet sich an Patient*innen im Alter von 18 bis 65 Jahren aus Düsseldorf, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung oder einer akuten Eigen- oder Fremdgefährdung vorübergehend eine intensive psychiatrische Behandlung in einem geschützten Rahmen benötigen.
Behandelt werden Menschen mit akuten psychischen Erkrankungen und Krisen aus dem gesamten Spektrum der allgemeinen Psychiatrie. Dazu zählen unter anderem psychotische Störungen (z. B. Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis), schwere affektive Störungen wie depressive Episoden oder manische Zustände, akute Krisen bei Persönlichkeitsstörungen, Belastungs- und Anpassungsstörungen sowie Patient*innen mit Suizidalität oder ausgeprägter psychischer Destabilisierung. Ergänzend zur freiwilligen Behandlung erfolgen ebenfalls Aufnahmen im Rahmen gesetzlicher Unterbringung auf der Station 26 A1.
Die Station 26 A1 übernimmt zudem eine zentrale Funktion in der akutpsychiatrischen Pflichtversorgung für die Stadt Düsseldorf. Aufnahmen erfolgen sowohl geplant als auch im Rahmen von Notfallvorstellungen, häufig in enger Zusammenarbeit mit Rettungsdienst, Polizei und den psychiatrischen Notfallstrukturen der Region.
Die Behandlung erfolgt leitliniengerecht nach den jeweils gültigen S3-Leitlinien und basiert auf einem multimodalen Therapiekonzept, das individuell an den aktuellen klinischen Zustand der Patient*innen angepasst wird. Zentrales Ziel ist die akute Stabilisierung, die Gewährleistung von Sicherheit sowie die Reduktion belastender Symptome durch individuelle Unterstützung in der Bewältigung von Herausforderungen.
Ein wesentliches Therapieelement stellt die evidenzbasierte, unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, medikamentöse Behandlung dar, die nach sorgfältiger Diagnostik und Indikationsstellung erfolgt und engmaschig ärztlich begleitet wird. Ergänzend finden individuell abgestimmte psychotherapeutische Einzelgespräche, supportive Kontakte sowie indikationsbezogene Gruppenangebote statt.
Die pflegerische Betreuung spielt auf Station 26 A1 eine fundamentale Rolle. Die Patientinnen werden rund um die Uhr durch ein erfahrenes, multiprofessionelles Team begleitet. Das Team setzt sich aus Ärztinnen, Pflegefachpersonen, Psychologinnen, Sozialarbeiterinnen sowie Fachtherapeut*innen zusammen und arbeitet in enger Abstimmung miteinander, um eine kontinuierliche und patientenzentrierte Behandlung zu gewährleisten. Unsere pflegerische Arbeit orientiert sich am Safewards-Konzept, mit dem Ziel, Konflikte frühzeitig zu erkennen, Eskalationen zu vermeiden und Zwangsmaßnahmen auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Gleichzeitig legen wir großen Wert auf die Förderung von Selbstbestimmung und Privatsphäre im Stationsalltag. So sind die Patientenzimmer mit einem Transpondersystem ausgestattet, das es den Patient*innen ermöglicht, ihre Zimmer eigenständig zu öffnen und zu verschließen und sich bei Bedarf zurückzuziehen. Ein respektvoller, transparenter und deeskalierender Umgang bildet dabei die Grundlage unserer täglichen Arbeit.
Sollte es trotz aller präventiven Maßnahmen zu Zwangsmaßnahmen kommen, werden diese stets nach strenger Indikationsstellung und rechtlichen Vorgaben durchgeführt. Im Anschluss erfolgt eine strukturierte, leitfadengestützte Zwangsmaßnahmennachbesprechung mit den Patient*innen. Diese dient der gemeinsamen Reflexion, der emotionalen Verarbeitung des Erlebten sowie der Entwicklung von Strategien zur Vermeidung zukünftiger Eskalationen.
Ergänzt wird das Behandlungsteam durch eine Genesungsbegleiterin, die aufgrund eigener Erfahrung mit psychischen Erkrankungen eine besondere Form der Unterstützung anbietet. Sie begleitet Patientinnen auf Augenhöhe, fördert Hoffnung und Empowerment, unterstützt individuelle Genesungsprozesse und kann als Vermittlerin zwischen Patientinnen und dem multiprofessionellen Team fungieren.
Unter Berücksichtigung der individuellen Ressourcen der Patientinnen werden zudem Fachtherapien wie Ergo-, Kreativ- und Bewegungstherapie angeboten. Diese dienen der (Re-)Aktivierung vorhandener Ressourcen, der Förderung von Selbstwirksamkeit und der Wiederannäherung an alltagspraktische Fähigkeiten. Den Patientinnen stehen zudem ein geschützter Innenhof sowie Außenbereiche zur Verfügung, die – unter Berücksichtigung des jeweiligen Behandlungssettings – die Möglichkeit bieten, sich an der frischen Luft aufzuhalten und so zur Stabilisierung und Förderung des Wohlbefindens beitragen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die sozialarbeiterische Begleitung, die den sozialen Herausforderungen mit individuellen Behandlungsplänen begegnet. Während des gesamten stationären Aufenthalts werden gemeinsam mit den Patient*innen Perspektiven für die Zeit nach der Entlassung entwickelt. In enger Zusammenarbeit mit ambulanten Versorgungsstrukturen, weiterführenden Einrichtungen und komplementären Hilfesystemen wird ein individuelles Unterstützungskonzept erarbeitet, um eine möglichst nachhaltige Stabilisierung zu ermöglichen.
Die Einbeziehung von Angehörigen und Bezugspersonen ist - sofern von den Patient*innen gewünscht – ein fester Bestandteil unseres Behandlungskonzepts. Durch Informations- und Beratungsgespräche fördern wir das Verständnis für die Erkrankung und unterstützen das soziale Umfeld im Umgang mit herausfordernden Situationen.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit den Patient*innen sogenannte Behandlungsvereinbarungen zu erarbeiten. Diese dienen dazu, individuelle Wünsche, Bedürfnisse und hilfreiche Strategien für zukünftige Krisensituationen frühzeitig festzuhalten und in die Behandlung zu integrieren.
In enger Abstimmung mit weiterführenden Behandlungsangeboten besteht in geeigneten Einzelfällen zudem die Möglichkeit einer Weiterbehandlung im Rahmen der stationsäquivalenten Behandlung (StäB). Diese Form der intensiven psychiatrischen Behandlung im häuslichen Umfeld kann eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung zum stationären Aufenthalt darstellen.
Auf der Station 26 A1 legen wir großen Wert auf einen wertschätzenden, professionellen und respektvollen Umgang. Auch in akuten und herausfordernden Situationen ist es unser Anspruch, die Würde der Patientinnen zu wahren und ihnen mit Menschlichkeit, Empathie, Klarheit und fachlicher Kompetenz zu begegnen. Unser Ziel ist es, Patientinnen auch in schweren Krisensituationen Halt, Orientierung und Sicherheit zu geben und gemeinsam Perspektiven für eine stabile Weiterbehandlung zu entwickeln.