Zum Inhalt springen

Transkulturelle Tagesklinik

Tagesklinik für transkulturelle Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Ein teilstationäres Behandlungsangebot zur Versorgung schwer traumatisierter Flüchtlinge und Migrant*innen

Das LVR-Klinikum Düsseldorf – Kliniken der Heinrich-Heine-Universität eröffnet zum 01.08.2020 eine Tagesklinik mit 9 Behandlungsplätzen für schwer traumatisierte und chronisch erkrankte Überlebende von Folter, Bürgerkrieg und schweren Menschenrechtsverletzungen. Diese Personengruppe leidet oftmals unter sozialem Rückzug, Isolationstendenzen, Misstrauen sowie somatischen und somatoformen Schmerzzuständen. Mit der Schaffung der transkulturellen Tagesklinik werden bedarfsgerechte Rahmenbedingungen für die Versorgung komplex erkrankter Flüchtlinge und Migrant*innen ermöglicht, für die ein ambulantes Angebot nicht ausreichend ist.

Migrant*innen und insbesondere Flüchtlinge sind aufgrund spezifischer Stressbelastungen wie flucht- und kriegsbedingten Traumata, Entwurzelung aus dem Heimatland, Integrationsproblemen etc. einem deutlich größeren Risiko ausgesetzt, komplex psychisch und psychosomatisch zu erkranken.

Das Therapeutische Behandlungskonzept

Die transkulturelle Tagesklinik umfasst 9 Behandlungsplätze. Das Konzept setzt auf die kultur- und traumasensible Ausrichtung aller zum Einsatz kommenden Unterstützungs- und Behandlungsangebote, die aufeinander abgestimmt sind und ineinandergreifen. Der Schwerpunkt der Versorgung liegt bei komplex traumatisierten Migrant*innen so wie auch Flüchtlingen aus Bürgerkriegs- und Krisengebieten, die vielfach komorbide psychosomatische Störungen aufweisen und die von bisherigen ambulanten oder unspezifischen teilstationären/ stationären Angeboten unzureichend versorgt wurden.

Traumatisierte Flüchtlinge benötigen spezifische trauma- und kulturadaptierte Formen der Behandlung durch Ärzt*innen und Therapeut*innen, die einschlägige Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten haben. Bei Verständigungsproblemen in deutscher Sprache werden in den Einzeltherapien entweder muttersprachliche Mitarbeitende eingesetzt oder ausgebildete Sprach- und Integrationsmittler*innen (SIM) hinzugezogen. Der Einsatz von SIM ist seit mehreren Jahren durch die finanzielle Förderung im Rahmen des LVR-Förderprogramms Migration, aktuell durch die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel des LVR im Rahmen der Flüchtlingshilfen sowie durch EU-Projektkooperationen, z. B. mit dem Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf, möglich.

Die transkulturelle Tagesklinik nimmt Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte auf,

  • die durch Gewalterfahrungen, insbesondere Kriegs- bzw. Foltererfahrungen oder schwere Menschenrechtsverletzungen, und Diskriminierungserlebnisse traumatisiert und
  • die in Folge dessen komplex psychosomatisch/ psychiatrisch/ komorbid somatisch erkrankt sind;
  • deren therapeutische Behandlung aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nur unzureichend möglich ist
  • und/oder deren Behandlung durch die aufenthalts- und sozialrechtliche Problematiken erschwert ist;
  • für die eine ambulante psychiatrisch- bzw. psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung nicht ausreicht und für die keine vollstationäre Behandlung erforderlich ist (z. B. keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung, keine schweren Abhängigkeitserkrankungen)

Weitere Informationen erhalten Sie unter
Dr. med. Stefanie Dechering,
komm. Chefärztin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Tel 0211-922-4769
Stefanie.Dechering@lvr.de