Direkt zum Inhalt

Studie EMBRACE

Die Rolle von EMG-Biofeedback in der Behandlung von Depression im Alter mit komorbidem chronischen Schmerzsyndrom (EMBRACE)

Dr. Paschali sitzt mit einer Patientin an einem Biofeedbackgerät
Bild-Großansicht

Für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Viele ältere Menschen leiden unter chronischen Schmerzen, also Schmerzen, die über einen langen Zeitraum bestehen. Häufig treten diese Schmerzen gemeinsam mit Depressionen auf. Trotz dieser großen Belastung sind die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten noch begrenzt. Medikamente werden zwar oft eingesetzt, können aber gerade bei älteren Menschen erhebliche Risiken und Nebenwirkungen haben.

Eine vielversprechende Alternative ohne Medikamente ist das sogenannte Oberflächen-Elektromyografische Biofeedback (sEMG-Biofeedback). Dabei lernen Patient*innen, körperliche Prozesse wie Muskelanspannung oder den Herzschlag bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen. Durch dieses Training können Schmerzen möglicherweise verringert und der Umgang mit ihnen verbessert werden.

Es gibt bereits einzelne Studien, in denen Biofeedback bei älteren Menschen mit chronischen Schmerzen und gleichzeitiger Depression untersucht wurde. Allerdings ist noch nicht ausreichend erforscht, ob und wie diese Methode gezielt die schmerzbezogenen Beschwerden bei älteren Menschen mit dieser Kombination aus Erkrankungen verbessern kann.

Genau hier setzt unsere Studie „Die Rolle von EMG-Biofeedback in der Behandlung von Depression im Alter mit komorbidem chronischem Schmerzsyndrom (EMBRACE)“ an. Ziel der Studie ist es, sEMG-Biofeedback als wirksame Ergänzung in der Behandlung von Depressionen und chronischen muskuloskelettalen Schmerzen (also Schmerzen von Muskeln, Knochen und Gelenken) bei älteren Erwachsenen zu prüfen.

Die Studie ist als einarmige Pilotstudie angelegt, das heißt, alle Teilnehmenden erhalten die gleiche Behandlung. Sie findet auf einer stationären psychiatrischen Station der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des LVR-Krankenhauses in Düsseldorf statt.

Um an der Studie teilnehmen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es müssen seit mindestens 6 Monaten chronische muskuloskelettale Schmerzen bestehen, zum Beispiel Fibromyalgie oder Rücken-, Nacken- oder Knieschmerzen.
  • Die Schmerzintensität muss zum Zeitpunkt der Aufnahme über 3 liegen.
  • Zusätzlich muss eine ärztlich diagnostizierte depressive Störung vorliegen.
  • Die Teilnehmenden müssen mindestens 50 Jahre alt sein, Deutsch lesen und sprechen können und schriftlich in die Teilnahme einwilligen.

Bestimmte Ausschlusskriterien, wie zum Beispiel starke Sehbeeinträchtigungen, kürzlich erfolgte Operationen an der schmerzhaften Körperstelle oder neurodegenerative Erkrankungen, sollen sicherstellen, dass das Biofeedback sinnvoll und sicher durchgeführt werden kann.

Das Hauptziel der Studie ist zunächst zu prüfen, ob die Studie gut durchführbar ist. Dazu gehört, ob genügend Teilnehmende gewonnen werden können, ob sie bis zum Ende dabei bleiben und ob das Studienprotokoll eingehalten wird.

Zusätzlich werden mehrere klinische Ergebnisse erfasst, um die Studie auf eine größere Folgestudie vorzubereiten. Dazu zählen:

  • die Stärke der Schmerzen und die dadurch verursachte Beeinträchtigung im Alltag, gemessen mit wissenschaftlich geprüften Fragebögen,
  • die sogenannte Druckschmerzschwelle, die mit einem standardisierten Testverfahren gemessen wird,
  • weitere Fragebögen zu Themen wie gedankliches „Katastrophisieren“ von Schmerzen, depressive und ängstliche Symptome, Akzeptanz von Schmerzen sowie belastende Erfahrungen wie Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit.

Nach der Aufnahme in die Studie wird zunächst die Druckschmerzschwelle gemessen und die Teilnehmenden erhalten die ersten Fragebögen. Anschließend nehmen sie an sechs Biofeedback-Sitzungen teil, die speziell an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst sind. In diesen Sitzungen lernen sie, Muskelanspannung wahrzunehmen, zu unterscheiden und gezielt zu reduzieren. Dabei werden verschiedene Muskelgruppen trainiert. Nach Abschluss der Sitzungen werden erneut Fragebögen ausgefüllt und die Druckschmerzschwelle nochmals gemessen.

Die Ergebnisse dieser Studie sollen zeigen, wie sEMG-Biofeedback am besten zur Behandlung chronischer Schmerzen bei älteren Menschen eingesetzt werden kann, die sich in psychiatrischer stationärer Behandlung befinden. Langfristig sollen dadurch wirksamere und besser aufeinander abgestimmte Behandlungsangebote für diese besonders belastete Patient*innengruppe entwickelt werden.

Zertifikate und Mitgliedschaften

Instagram
facebook
YouTube

LVR-Klinikum Düsseldorf

Bergische Landstraße 2

40629 Düsseldorf

Telefon: 0211 922-0

Telefax: 0211 922-1010