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LVR-Institut für Versorgungsforschung

Das wissenschaftliche Institut des LVR-Klinikverbundes

Am 1. Juli 2014 wurde gemäß eines Beschlusses der Landschaftsversammlung des Landschaftsverbands Rheinland das LVR-Institut für Versorgungsforschung - Das wissenschaftliche Institut des LVR-Klinikverbundes (LVR-IVF) gegründet.

Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung der Versorgungsforschung in der Entwicklung und Evaluierung von neuen Versorgungsmodellen und in der Analyse von Optimierungspotenzial in der Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen. Darüber hinaus besteht der Bedarf einer koordinierenden Einrichtung, um Synergieeffekte eines Forschungsverbundes für Versorgungsforschung im LVR-Klinikverbund, aber auch auf der nationalen und der internationalen Ebene, zu realisieren.

Damit verbunden ist die Absicht, durch eine Förderung und institutionelle Verankerung der Versorgungsforschung im LVR-Klinikverbund zu einem rascheren Transfer von Ergebnissen der Versorgungsforschung zum Wohle der Betroffenen beizutragen, und durch die Implementierung und Evaluierung innovativer Versorgungsmodelle den wissenschaftlichen Fortschritt in diesem Bereich zu fördern. Damit steht den Mitgliedern des LVR, aber auch anderen an der Versorgungsforschung Interessierten in Deutschland und Europa, ein Institut zur Verfügung, das als kompetenter Berater und Koordinator in der Versorgungsforschung bei psychischen Störungen aufgestellt ist.

Das LVR-Institut ist am LVR-Klinikum Düsseldorf angesiedelt. Es wird vom LVR-Klinikverbund getragen und soll neue Modelle zur Verbesserung der Behandlungs- und Versorgungsqualität entwickeln und evaluieren. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem WHO Collaborating Centre for Quality Assurance an Empowerment in Mental Health am LVR-Klinikum Düsseldorf.

Das Institut stellt das neue Dach der institutionellen Vernetzung der an der Versorgungsforschung interessierten Forschungsgruppen im Klinikverbund dar, soll eigene Forschungsprojekte initiieren und Drittmittel über Forschungsaufträge und Gutachten im Bereich der Versorgungsforschung bei psychischen Störungen akquirieren.

Das LVR-IVF ist Mitglied des bundesweiten Netzwerks Versorgungsforschung .

Haben Sie Fragen, benötigen Sie Beratung im Bereich der Versorgungsforschung bei psychischen Störungen, oder möchten Sie sich über Kooperationsmöglichkeiten erkundigen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Aufgabenbereiche

  • Entwicklung, Implementierung und Evaluierung innovativer Versorgungsmodelle im Bereich der Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen
  • Durchführung von Forschungsprojekten (LVR-eigene Forschungsprojekte, Drittmittel/Auftragsakquise)
  • Gutachten im Bereich der psychiatrischen Versorgungsforschung
  • Implementierung aktueller Forschungsergebnisse in den klinischen Alltag
  • Bereitstellung aktueller Übersichten zu Forschungsergebnissen, Beratung der Verbundzentrale und externer Partner
  • Aufbau eines Forschungsverbundes (LVR-Kliniken, externe Partner)
  • Konzipierung, Organisation und Durchführung von wissenschaftlichen Symposien und Fachtagungen

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Seminar zur Versorgungsforschung

Das LVR-Institut für Versorgungsforschung führt ein Seminar mit Themen der Versorgungsforschung durch. Es wendet sich in erster Linie an Studierende der Medizin, der Psychologie und des Zusatzstudiengangs "Public Health" mit Interesse insbesondere an der psychiatrischen Versorgungsforschung. Es ist aber auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LVR mit Interesse an der Versorgungsforschung geeignet. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Termine Dienstags 14-tägig während der Vorlesungsperiode, wg. der beschränkten Platzzahl bitte um Voranmeldung via EMail.

Hier das aktuelle Seminarprogramm zum Download.

Auswahl aktueller Projekte

  • Implementierung eines neuen Home Treatment Modells
  • Entwicklung neuer modulbasierter, sektorübergreifender Versorgungsmodelle für psychisch Kranke
  • Untersuchungen zu Zwangsmaßnahmen in der Versorgung psychisch Kranker
  • Untersuchungen zu Gender-Aspekten in der Verordnungspraxis von Psychopharmaka bei Depressionen
  • Entwicklung und Evaluierung von Qualitätsindikatoren in der Versorgung psychisch Kranker (DGPPN-Projekt)
  • Analyse von Versorgungspfaden bei Patienten mit Angst-Störungen und somatoformen Störungen (BMBF-Projekt)
  • Koordinierung der Aktualisierung der S3-Leitlinie Schizophrenie (DGPPN, gemeinsame Projektleitung mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians Universität München)
  • Entwicklung von themenspezifischen Übersichten zur Versorgung psychisch Erkrankter im Rahmen des Guidance Projects der European Psychiatric Association
  • Entwicklung von Qualitätsindikatoren für die Versorgung psychisch Kranker gemeinsam mit dem WHO Regional Office Europe

Auswahl aktueller Publikationen

  • Großimlinghaus I, Falkai P, Gaebel W, Hasan A, Jänner M, Janssen B, Reich-Erkelenz D, Grüber L, Böttcher V, Wobrock T, Zielasek J; LVR-Klinikverbund. Erhebung von Qualitätsindikatoren anhand von Routinedaten. Darstellung eines Machbarkeitstests in 10 Fachkliniken für Psychiatrie und Psychotherapie. Nervenarzt. 2015 Jul 1.
  • Gaebel W, Großimlinghaus I, Heun R, Janssen B, Johnson B, Kurimay T, Montellano P, Muijen M, Munk-Jorgensen P, Rössler W, Ruggeri M, Thornicroft G, Zielasek J. European Psychiatric Association (EPA) guidance on quality assurance in mental healthcare. Eur Psychiatry. 2015; 30: 360-387
  • Gaebel W, Muijen M, Baumann AE, Bhugra D, Wasserman D, van der Gaag RJ, Heun R, Zielasek J. EPA guidance on building trust in mental health services. Eur Psychiatry. 2014;29:83-100.
  • Kowitz S, Zielasek J, Gaebel W. Die Versorgungssituation bei psychischen Störungen in Deutschland – Aktueller Stand und Perspektiven. Dtsch Med Wochenschr. 2014 Jun;139(23):1249-1252.
  • Gaebel W, Kowitz S, Fritze J, Zielasek J. Inanspruchnahme des Versorgungssystems bei psychischen Erkrankungen. Sekundärdaten von drei gesetzlichen Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung Bund. Dtsch Ärztebl. 2013;110:799-808.
  • Großimlinghaus I, Falkai P, Gaebel W, Janssen B, Reich-Erkelenz D, Wobrock T, Zielasek J. Entwicklungsprozess der DGPPN Qualitätsindikatoren. Nervenarzt. 2013;84:350-365.
  • Gaebel W, Zielasek J. Psychiatry in Germany 2012. Int Rev Psychiatry. 2012;24:371-378.