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Spezialambulanz für Transidentität

Spezialambulanz für Transidentität Transsexualität bezeichnet das Gefühl eines Menschen, dessen Geschlechtsidentitätserleben nicht mit den körperlichen Geschlechtsmerkmalen übereinstimmt. Diese Menschen haben das sichere und durch nichts zu beirrende Gefühl, im „falschen Körper gefangen“ zu sein. Dieses Gefühl ist oft schon in der Kindheit und im Jugendalter vorhanden und veranlasst die Betroffenen, sich geschlechtsuntypisch zu verhalten.
Transsexualität ist kein Problem der Sexualität und keine Krankheit im herkömmlichen Sinne sondern eine Störung der Geschlechtsidentität. Ob Mann oder Frau – der Leidensdruck ist für viele „Transsexuelle“ bzw. „transidente“ Menschen sehr hoch. Wenn eine Person unter dieser Diskrepanz leidet und den Wunsch verspürt, einem anderen Geschlecht anzugehören, spricht man von „Geschlechtsdysphorie“.

Das Angebot unserer Spezialsprechstunde für Transsexualität richtet sich an Personen, die unter Geschlechtsdysphorie leiden. Das Vorgehen bei angestrebter Geschlechtsumwandlung bei Transsexualität ist von einem umfassenden multiprofessionelen Abklärungsprozeß gekennzeichnet:

  • Diagnostik:
    Es wird geprüft, ob die Diagnose „Transsexualität“ zu stellen ist oder ob Kontraindikationen vorliegen. Ferner gilt es zu beobachten, wie konstant das Bedürfnis nach dem Leben in der anderen Geschlechtsrolle ist, ob die Person ein anderes Therapieziel definiert hat, welche Veränderungen der Rollenwechsel mit sich bringen wird und welche Probleme eventuell daraus resultieren können.
  • Alltagstest:
    Die transidente Person sollte bereits vor den hormonellen und chirurgischen Interventionen in der angestrebten Geschlechtsrolle leben und auf diese Weise prüfen, ob und wie ihr der Wechsel der Geschlechtsrolle möglich ist. Gleichzeitig testet sie auch, inwieweit ihre Umgebung in der Lage ist, einen Rollenwechsel mit zu vollziehen und zu akzeptieren.-
  • Hormonbehandlung:
    Nach diagnostischer Abklärung kann die Indikation gestellt und eine gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung erfolgen, um somatische Veränderungen zu erzielen.
  • Chirurgische Maßnahme:
    Sie erfolgt, wenn die transidente Person mit der hormonellen Medikation zurechtkommt, da sie nach der Operation lebenslang auf die Hormonapplikation angewiesen sein wird. Die chirurgische Angleichung an das Gegengeschlecht ist ein komplizierter, aufwendiger Eingriff, der Risiken birgt und Grenzen unterliegt.
  • Nachbetreuung:
    Zu dieser Phase gehört eine körperliche und psychotherapeutische Nachbetreuung.

Von Beginn der Behandlung an und begleitend ist eine ambulante Psychotherapie sinnvoll. Die Psychotherapie verfolgt das Ziel, die Selbstreflexion der Transidenten zu stärken und den Betroffenen die individuell notwendige Unterstützung auf ihrem Weg zu bieten. Darüber hinaus sollte in der begleitenden Psychotherapie die Auseinandersetzung mit der neuen Identität und mit den Zukunftserwartungen thematisiert werden.

Für die ambulante Diagnostik nehmen Sie bitte Kontakt über die Ambulanz der Klinik unter der Nr. 0211 - 922-4710 auf. Bitte bringen Sie zum vereinbarten Termin eine Überweisung von Ihrem/Ihrer behandelnden niedergelassenen Arzt/Ärztin mit.