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Centrum für Borderline - angelehnt an die Dialektisch-Behaviorale Verhaltenstherapie (DBT)

Behandlung von „Borderline-Persönlichkeitsstörungen“ mittels dialektischer Verhaltenstherapie

Das LVR-Klinikum Düsseldorf bietet mit der Dialektisch-Behavioralen Verhaltenstherapie (DBT) ein neues multimodal-psychotherapeutisches Behandlungsangebot für Menschen mit Problemen der Emotionsregulation an.

Das Angebot richtet sich vor allem an Patientinnen und Patienten, die unter der Diagnose einer emotionalinstabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ oder impulsivem Typ leiden. Sie haben oft große Probleme durch heftige Gefühlsschwankungen, Impulsivität, verschiedenartigste Vermeidungsstrategien und im zwischenmenschlichen Beziehungsbereich.

Was ist DBT?

Die Methode wurde durch Prof. Marsha Linehan in den 80er und 90er Jahren begründet. Es ist eine Methode der sogenannten „3. Welle der VT“, achtsamkeitsbasiert und emotionsfokussiert, die u.a. auch Elemente des ACT, CFT, MI, KVT, der Gestalt- und Hypnotherapie enthält.

Sie basiert auf dem Wechsel und der Balance zwischen Akzeptanz und Veränderungsorientierung. Einerseits dem Beziehungsaufbau, dem Nachvollziehen der Not und dem Annehmen des dysfunktionalen Verhaltens. Andererseits der Darstellung der Notwendigkeit und Konsequenz für und von Veränderungen, sowie der Motivation zu einem anstrengenden Lernprozess und der Förderung der eigenen Kompetenzen. Die Methode hilft die belastende Situation anzunehmen und gleichzeitig die Verantwortung für die Veränderung dieser Situationen zu übernehmen.

Therapiekonzept

  • Multimodales 8-wöchiges manualisiertes Psychotherapieprogramm angelehnt an:
  • dialektische Verhaltenstherapie
  • Acceptance- und Commitmenttherapie
  • Verhaltensaktivierung (Behavioral Activation nach Dimidjian und Martell)
  • Techniken aus dem „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“ (CBASP)
  • Psychopharmakologische Maßnahmen
  • Milieutherapie
  • Sozialpädagogisches Coaching
  • Ergo- und Sporttherapie sowie Musik- und Tanztherapie

Nach Beendigung des 8-Wochenzyklus besteht ggf. die Möglichkeit einer weiteren, maximal 4 Wochen dauernden, Tagesklinikbehandlung.

Therapiebausteine

  • täglich mehrfache Gruppentherapien, u.a. Skills-, ACT-, Psychoedukation-, MKT-, Basis-, Sucht-, Transfergruppen
  • tägliches Achtsamkeitstraining
  • zweimal wöchentlich Bezugspflege-Einzeltherapien
  • zweimal pro Woche Einzelpsychotherapie
  • Unterstützung beim Transfer in den Alltag
  • Unterstützung bei der Organisation einer ambulanten Weiterbehandlung
  • bei bestehender PTBS Symptomatik kann, bei entsprechender Indikationsstellung, eine EMDR- bzw. expositionsbasierte Psychotraumatherapie vereinbart werden

Diagnose – Indikationen

  • emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline- und impulsiver Typ)
  • Traumafolgestörungen (PTBS)
  • depressive Episoden, bei entsprechender Änderungsmotivation (v.a. Dysthymia, Double Depression, sehr häufige oder anhaltende Episoden)

Voraussetzungen

Die Voraussetzung für den Therapieerfolg dieses Trainingsprogrammes ist Motivation (sogenanntes Commitment) und eine klare Indikationsstellung. Wir halten es deshalb für wichtig, dass die Patienten sich bis zum Therapiebeginn einmal wöchentlich bei uns melden und wir im Erstgespräch überprüfen, ob dieses Therapieprogramm überhaupt im individuellen Fall geeignet erscheint. Außerdem schlagen wir unseren Patientinnen und Patienten vor, sich bis zum Therapiebeginn in von uns empfohlene Literatur einzulesen.

Ansprechpartner

Dr. med. Dirk Reinermann
Ärztlicher Leiter des Fachcentrums DBT
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (VT),
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde,
zertifizierter DBT- und CBASP Therapeut
zertifizierter Psychotraumatherapeut (DeGPT)
zertifizierter EMDR Practitioner (EMDRiA)